Warum vegan?

Nicht nur Menschen und Katzen sind liebens- und schützenswerte Lebewesen. Auch alle sogenannten „Nutztiere“  zählen dazu. Es ist widersprüchlich, Haustiere zu lieben, pflegen und schützen und andere Tiere, die vielleicht sogar noch sensibler und intelligenter sind, zu töten um sie zu essen oder sie leiden zu lassen, damit sie für uns Nahrungsmittel produzieren. Auch das Wohl der Menschheit ist durch die exzessive Massentierhaltung gefährdet. Kostbare Ressourcen wie Trinkwasser oder Futtermittel werden verschwendet, es entstehen Umweltgifte wie CO2 und Methan und der Einsatz von Antibiotika führt zur Bildung von multiresistenten Keimen. Eine vegane Ernährung kann darüber hinaus helfen, vielen Volkskrankheiten vorzubeugen oder sie sogar zu heilen . Es sprechen also nicht nur moralische, sondern ganz pragmatische Gründe für eine pflanzliche Ernährung.

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Detaillierte Information zur veganen Lebensweise, Gründe dafür und Auswirkungen einer nicht pflanzlichen Ernährung sind mittlerweile für jedermann leicht zugänglich und im Folgenden aus mehreren Quellen (Vebu, Peta, Albert Schweitzer Stiftung, Greenpeace, Wikipedia) zusammengefasst.

Für das Wohl der Tiere 

In der sogenannten Massentierhaltung werden die Tiere als Ware betrachtet, nicht als soziale Lebewesen mit individuellen Persönlichkeiten und Schmerzempfinden. Man enthält ihnen nahezu alles vor, was ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht.  Hühnern wird z.B. nur ein paar Tage nach der Geburt mit einer scharfen Klinge der Schnabel gekürzt. Männliche Rinder und Schweine werden ohne Schmerzmittel kastriert. Die Tiere verbringen ihr kurzes Leben so dicht zusammengedrängt, dass sie sich noch nicht einmal umdrehen oder die Flügel spreizen können. Viele können kein einziges Mal frische Luft atmen, bis sie für eine albtraumhafte Fahrt zum Schlachthof in Transporter gestoßen und gezwängt werden (häufig unter extremen klimatischen Bedingungen und ohne Futter und Wasser).

Auch den Tieren in der Milch- und Ei-Produktion geht es kaum besser als den Tieren in der Fleisch-Produktion. In der Ei-Industrie werden jährlich rund 40 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet (oftmals werden sie lebendig in einen Schredder geworfen oder vergast), weil sie keine Eier legen können und sich nicht als Masthähnchen eignen. Außerdem werden jedes Jahr Millionen Kühe in der Milch-Industrie durch künstliche Befruchtung in eine „Dauerschwangerschaft“ versetzt, damit sie fast ununterbrochen Milch geben. Die Kälber werden den Müttern entzogen, damit nicht sie, sondern die Menschen, deren Milch trinken können. Männliche Kälber finden in fast allen Fällen einen sehr frühen Tod, während die weiblichen Nachkommen häufig selbst Milchkühe werden und somit das Schicksal ihrer Mutter teilen. Auf Grund der exzessiven Milchproduktion erkranken Milchkühe häufig an Mastitis, einer Entzündung der Milchdrüsen, die Eitern und Bluten hervorruft und mit Antibiotika behandelt werden muss. In abgemolkener Milch finden sich deswegen Eiter, Blut und Antibiotika-Rückstände wieder.

Für die Umwelt 

Die landwirtschaftliche Tierhaltung  verursacht sehr hohe Emissionen an Treibhausgasen. Der Anteil an der globalen Emission von Methan beläuft sich auf 37%, von CO2 auf 9% und von Distickstoffmonoxid (296 mal höheres Treibhauspotenzial als CO2) auf 65%. Es werden mehr Abgase von der Milch- und Fleischproduktion ausgestoßen als vom gesamten weltweiten Verkehr (inklusive Flugverkehr!). Nicht nur die Emissionen sind beängstigend, auch der Verbrauch von etwa ein Drittel aller fossilen Energie in der Züchtung von Nutztieren ist immens.

Über 90% der Weltsojaernte und über 50% der Getreide und Maisernte gehen in die Fütterung der Tiere in der Landwirtschaft. Damit geht die Zerstörung des Regenwaldes einher: Von diesem wird  im Amazonasgebiet 80 % für den Futtermittelanbau gerodet. Nicht nur für den Futtermittelanbau, auch um Weideflächen und Raum für bewirtschaftete Tiere zu schaffen wird jede Minute die Fläche von ungefähr 35 Fußballfeldern planiert. Die Nutztierhaltung benötigt 30 % der Landfläche der Erde und 70% der früheren Regenwälder im Amazonasgebiet sind heute Weideland für Nutztiere. Durch die Zerstörung kostbaren Lebensraumes, sind viele Tierarten vom Aussterben bedroht. Auch die Ozeane sind extrem überfischt, wobei 60-70 % aller weltweit gefangenen Fische an sogenannte Nutztiere verfüttert werden. Der Beitrag zum Verlust der Artenvielfalt ist sowohl am Land auch als im Wasser enorm.

Pestizide, Dünger und andere in der Landwirtschaft und Nutztierindustrie eingesetzte Mittel verschmutzen Grundwasser, Böden und die Luft.

70% aller Trinkwasserressourcen gehen in die Landwirtschaft. So fordre eine omnivore Ernährungsweise ungefähr 15.000 Liter täglich, eine vegetarische 4.500 Liter und eine vegane ca. 1.100 Liter.  Man spart mehr Wasser, wenn man auf ein Pfund Rindfleisch verzichtet, als wenn man ein ganzes Jahr lang aufs Duschen verzichten würde.

Für die globale Gerechtigkeit 

870 Millionen Menschen leiden laut UN weltweit an Hunger. Durch den Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten gehen Nahrungsmittel einen verschwenderischen Umweg über die sogenannten Nutztiere. Nur etwa 10 % der Proteine und Kalorien, die an das Tier verfüttert werden, nehmen Menschen in Form von Fleisch oder anderen tierischen Produkten wieder auf.

Man benötigt 16 kg Getreide und 2000 l Trinkwasser  um ein Kilogramm essbares Rindfleisch herzustellen. Je mehr tierische Produkte wir essen, desto weniger Menschen können wir ernähren. Der Grund ist genauso einfach wie dramatisch: Die Diskrepanz zwischen dem Wert an Energie, den wir in Getreideform an die Tiere verfüttern und dem Wert an Energie, den wir von den Tieren in Form von ihrem Fleisch und ihrer Produkte gewinnen, ist enorm. So könnte man mit Sojabohnen, die auf einem Hektar Land (das ist die Fläche von etwa anderthalb Fußballfeldern) 5.000 Menschen ernähren, wenn die Sojabohnen direkt als menschliche Nahrungsmittel genutzt würden. Verfüttert man die Ernte dieser Fläche jedoch erst an Tiere, kann man von diesen Tieren nur noch 191 Menschen ernähren.

Wenn jeder auf der Erde 25 Prozent seiner Kalorien aus tierischem Ursprung bezieht, könnten insgesamt nur 3,2 Milliarden Menschen ernährt werden. Senkt man diesen Anteil auf 15 Prozent, steigt die Zahl auf 4,2 Milliarden. Das WorldWatch Institute bringt dies auf den Punkt: „Fleischverzehr ist ein ineffizienter Nutzen des Getreides – das Getreide wird effizienter genutzt, wenn die Menschen es verzehren. Wachsende Fleischerträge können nur erzielt werden, indem mehr Tieren mehr Getreide verfüttert wird, was zu einem Konkurrenzkampf um Getreide zwischen der zunehmenden Zahl an Fleischessern und den Armen dieser Welt führt.“ So kam es 1984 zur Hungersnot in Äthiopien, nicht, weil die äthiopische Landwirtschaft keine Lebensmittel produzierte – ganz im Gegenteil: Während der Krise, die zehntausenden Menschen das Leben kostete, importierten europäische Staaten aus dem verarmten Land Getreide, um damit Hühner, Schweine und Kühe in Europa zu füttern. Wäre das Getreide dazu verwendet worden, die äthiopische Bevölkerung zu ernähren, die es angebaut hat, hätte die Hungersnot gelindert, wenn nicht gar abgewendet werden können.

Hinzu kommt die Problematik, dass das Tierfutter häufig in Monokulturen angebaut wird. Diese tragen kurzfristig zu einem hohen Ertrag bei, schaden langfristig jedoch dem Nährstoffgehalt des Bodens und machen ihn somit anfälliger gegenüber Witterungseinflüssen. Auch die Pflanzen sind nach einigen Jahren anfälliger für Krankheiten.

Für die Gesundheit 

Der hohe Fleischkonsum ist eine der Hauptursachen verbreiteter Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch andere tierische Produkte haben aufgrund ihrer Zusammensetzung ähnlich negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Eine vollwertige, pflanzenbasierte Ernährungsform hat dagegen das Potenzial, den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Leistungssportler, die sich bewusst für eine vegane Ernährung entscheiden, um Ihre Fitness und Ausdauer zu optimieren (Brendan Brazier, Patrik Baboumian, Fiona Oakes, Marco Sailer, …).

Außerdem führt Antibiotikamissbrauch in der Massentierhaltung zur Entstehung von multiresistenten Keimen, die schon jetzt ein gravierendes Problem im Gesundheitssystem darstellen.

… und weil es einfach lecker ist 

Abgesehen von allen moralischen, ökologischen und ökonomischen Gründen für einen vegane Lebensweise, ist vegan ganz einfach lecker! Viele Menschen entdecken die pflanzliche Küche aus geschmacklichen Gründen für sich. Das Angebot an veganen Kochbüchern, Lebensmitteln und Restaurants wird immer größer. In der veganen Küche ist Kreativität gefragt und gerade deshalb bietet die vegane Ernährung besondere Geschmackserlebnisse und Neuentdeckungen.

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Wenn wir uns als Menschen unterscheiden wollen von den Tieren (was die gängige Ansicht ist), dann müssen wir auch verantwortungsbewusst mit diesen umgehen. Einfach unseren Affekten und Trieben nach zu leben und den vermeintlichen Genuss von tierischen Produkten mit all seinen Konsequenzen als unverzichtbar zu empfinden, ist weder rational noch zeugt es von höherer Intelligenz.

Wir wissen, dass es einfacher ist mit dem Strom der Gesellschaft zu schwimmen, und wir verurteilen auch niemanden deswegen. Dennoch möchten wir das Bewusstsein für die Konsequenzen einer auf Tieren basierenden Ernährung schärfen. Über Aufklärung wollen wir erreichen, dass die Menschen aufhören die Augen zu verschließen und bewusst beginnen den Konsum von tierischen Produkten zu hinterfragen, zu reduzieren oder vielleicht sogar zu beenden.

Bei Fragen zur veganen Ernährung, wenn Sie Tipps für eine erfolgreichen veganen Start brauchen, oder bei sonstigen Fragen rund um das Thema, wenden Sie sich gerne an uns:

vegan-werden@katzentempel.de